Die deutsche Sprache hat eine lange Tradition. Viele Redewendungen die wir täglich benutzen, kommen aus der Zeit des Mittelalters. Dennoch sind diese Weisheiten und Aussagen so aktuell wie nie. Es sind zeitlose Klassiker der Sprache. Ich habe mir 7 ritterliche Redewendungen ausgesucht und möchte die Herkunft und den Sinn hinter diesen Worten aufzeigen. Hieb- und stichfest soll es vonstatten gehen. Doch beginnen wir, wie ihr es vielleicht schon erahnen könnt, mit der ersten unser 5 Redewendungen.

Redewendungen: „hieb- und stichfest“ sein

Priester haben die in den Krieg ziehenden Soldaten mit diesem Spruch „unverwundbar“ machen wollen. Hieb- und stichfest zu sein bedeutet: unangreifbar und absolut sicher. Die Tatsache, dass in den Kriegen aber Tausende starben und die Hieb- und Stichfestigkeit vieler auf der Strecke blieb, das war nicht so wichtig. Lieber gesegnet in den Krieg und sterben, als ungesegnet. Die Moral war damals schon besonders wichtig und der Glauben umso mehr. Es gab verschiedene Rituale und (Zauber-) Sprüche, die einen Ritter oder einen Soldaten vor allem Mut machen sollten. Hier hat diese Redewendung also ihren Ursprung.

Sehr reich sein: „Steinreich sein“

Nun haben Steine erstmal keinen besonders hohen Wert. Bedenken wir jedoch, dass die Häuser damals überwiegend aus Holz gebaut wurden, bot das Bauen mit Stein jedoch einige Vorteile. Die Häuser waren sicherer und die reichen Bewohner konnten sich so besser vor Überfällen oder Revolten schützen. In so ein Steinhaus, das oft schon Turm-ähnlich gebaut wurde, kamen die wütenden Meuten nicht so leicht rein. Aus den Häusern wurden Burgen und Schlösser, welche dem Adel später weiter als Statussymbol dienten. Das Beschaffen der Steine aus einem Steinbruch und das Bearbeiten war im Mittelalter sehr aufwendig und dementsprechend teuer. Wer es sich also leisten konnte ein Haus aus Steinen zu bauen, der war: steinreich.

Wenn du nicht steinreich bist, dann musst du halt „Luftschlösser bauen“

Auch damals gab es schon Menschen mit viel Fantasie. Diese wurden aber nicht einfach als Spinner bezeichnet. Vielmehr sprach man davon, dass derjenige ein Schloss in der Luft baute. Später wurde daraus: „Luftschlösser bauen“. Wenn also jemand Dinge probierte oder plante, die für andere unmöglich waren, wurde dieser Spruch benutzt.

„Das Heft in der Hand haben!“

Papier war damals teuer und richtige Hefte gab es noch nicht, also ist damit definitiv etwas anderes gemeint. Das Heft war eine Art Griff oder Halterung für diverse Gegenstände. So lässt sich dann ableiten, dass jenes Heft der Klinge, also der Griff des Schwertes, gemeint sein musste. Dies bedeutet dann, dass jemand die Macht hat und in der Gewalt steht. Jener, der das Heft in der Hand hält, hat also das Sagen, die Führung oder das Kommando. Wohl aber eher im autoritären Stil.

Mal richtig „vom Leder ziehen“

In einer Debatte natürlich gern gesehen, denn das vom Leder ziehen bringt ja richtig Schwung in so eine langweilige Diskussion. Wenn jetzt aber jemand richtig vom Leder zieht, ist das doch mal was schönes. Früher war das aber etwas anders. Das scharfe Schwert steckte in einer Scheide aus Leder. Wenn nun also jemand vom Leder zog, dann hatte er danach das scharfe Schwert in der Hand. Oft waren danach alle Fragen und Diskussionen „besprochen“. Wer heute also vom Leder zieht, sollte die Probleme doch lieber friedfertig klären. Mit dem Barbier und dem Rasiermesser, welches dieser über das Leder zog um es zu schärfen, hat der Spruch vermutlich nichts zu tun.

Hier geht es zu einer Liste weiterer deutscher Redewendungen.

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