Selbstständigkeit ist nicht jedermanns Sache, es heißt ja nicht umsonst SELBST und STÄNDIG.

Bevor Sie sich jedoch entscheiden, ob Sie sich der Garde der Freiberufler anschließen wollen, sollten Sie diese Faktoren im Hinterkopf behalten:

Sie werden wahrscheinlich nicht reich mit dem freiberuflichen Schreiben oder Redigieren, aber die qualitativen Belohnungen sind offensichtlich.

Freiberufliche Redakteure und Autoren werden hiermit von nutzlosen, zeitraubenden, schlecht geführten Meetings befreit. Freiberufler müssen manchmal an persönlichen oder Online-Meetings als Teil eines Projekts teilnehmen, für das sie angeheuert wurden. Aber solche Zusammenkünfte sind in der Regel effizienter als die durchschnittlichen Firmen- oder Abteilungsbesprechungen.

Freiberufler haben auch das Glück, demoralisierende Firmenrichtlinien, deprimierende Arbeitsplatzatmosphäre, kleinliche Büropolitik, unfähige Manager und nervige Kollegen zu vermeiden.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Pendeln: keine Verkehrsmeldungen über Stau auf der A10 und keine Durchsage über die Verspätung des Regio. Wenn Sie zu Hause arbeiten, können Sie auch aussuchen, was für Kleidung Sie tragen – oder ob Sie überhaupt etwas tragen.

Die Selbstständigkeit ist eine Herausforderung. Vor allem für die, die keine betriebswirtschaftliche Begabung haben – schließlich führen Sie als Freiberufler Ihr eigenes Unternehmen. Daher haben Sie niemanden außer sich selbst, der Ihre Finanzen oder Ihr Marketing verwaltet. Jedes Jahr müssen Sie eine Gewinn- oder Verlustrechnung einreichen und Umsatzsteuer abführen. Sie sollten immer daran arbeiten, Ihr nächstes Projekt zu bekommen, während Sie Ihr aktuelles abschließen.

Außerdem wird Ihr Einkommen variabel sein. Und wenn Sie pauschal bezahlt werden, bringen Ihnen Fehlstarts und Sackgassen-Ideen kein Geld ein.

Besonders Belletristik-Autoren müssen scheinbar endlose Stunden investieren, um ein anständiges Honorar zu verdienen. Und Sie sind noch lange nicht fertig, selbst wenn der nicht ganz so endgültige Entwurf Ihres Manuskripts angenommen wird.

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Sind Sie immer noch entschlossen, sich selbstständig zu machen? Dann folgen Sie unseren Tipps:

Finden Sie einen Ankerkunden.

Ihre erste Priorität ist es, eine Beziehung zu einem Unternehmen einzugehen, das Ihnen eine stetige Arbeitsquelle bietet. Das verschafft Ihnen genug Einkommen, um über die Runden zu kommen. Alles andere ist nur Zuckerguss auf dem Kuchen, aber backen Sie den Kuchen zuerst.

Seien Sie nicht wählerisch – am Anfang.

Sicherlich sollten Sie in sich gehen, um herauszufinden, an welcher Art von Inhalten Sie arbeiten möchten. Aber wenn Sie anfangen, nehmen Sie jeden Auftrag an, der das Schreiben oder Bearbeiten von Wörtern beinhaltet. Und obwohl Sie eine Gehaltsspanne im Kopf haben sollten, seien Sie bereit, eine geringere Entlohnung als ideal zu akzeptieren. Sie können später immer um eine „Erhöhung“ bitten, bzw. Ihren Satz erhöhen, wenn Sie von neuen Kunden engagiert werden.

Seien Sie flexibel bei Ihren Honoraren.

Eine Online-Recherche kann brauchbare Informationen über den Marktpreis für das Schreiben und Redigieren in verschiedenen Medien, Branchen usw. liefern. Es kann sehr gut sein, dass Sie sich auf zwei oder mehr Märkten bewegen und Ihr Stundensatz erheblich variiert. (Wenn Sie gefragt werden, welchen Satz Sie akzeptieren würden, schlagen Sie eine Spanne mit einer Differenz von ca. 20€ vor, beginnend mit Ihrem Minimum).

Geben Sie Ihren Hauptjob nicht auf. Jedenfalls nicht sofort.

Nächte, Wochenenden, Sommerferien – das sind die Gelegenheiten, um in den Pool der Freiberufler zu waten. Selbst wenn Ihr fester Job Sie psychisch unsicher macht, halten Sie durch, bis Sie einen festen Kunden haben. Die Übergangsphase mag Sie erschöpfen, wenn Sie Ihre Vollzeitarbeit, Ihr Privatleben und Ihr eigenes Unternehmen unter einen Hut zu bringen versuchen. Aber vielleicht können Sie Ihren alten Job schneller loswerden, als Sie denken. Oder Sie arbeiten für ein Teilzeitgehalt und machen sich nebenher selbständig.

Halten Sie es einfach. Denn Sie brauchen nicht viel an Infrastruktur.

Wahrscheinlich können Sie ohne Visitenkarten auskommen. Sie brauchen keine ausgefallene Rechnungsvorlage. Manche Selbstständige mieten ein kleines Büro oder nutzen ein Nebengebäude, um ihr berufliches von ihrem privaten Leben zu trennen. Aber nur wenige von können sich diesen Luxus leisten. Es reicht aus, ein freies Zimmer in ein Büro umzuwandeln oder ein vorhandenes Arbeitszimmer zu nutzen. Einen Teil eines Schlafzimmers oder eines Familienzimmers umzufunktionieren ist auch eine Möglichkeit. Stellen Sie sicher, dass die anderen in Ihrem Haushalt wissen, dass Sie während Ihrer Arbeitszeit tabu sind.

Denken Sie auch daran, dass die Selbständigkeit immer harte Arbeit sein wird – aber praktisch jede Beschäftigung ist harte Arbeit. Und sein eigener Chef zu sein, ist die eigentliche Belohnung.


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