Der einjährige Beifuß hat seinen lateinischen Namen von der Göttin Artemis – daher Artemisia annua. Verwandtschaft besteht zum gewöhnlichen Beifuß, dem Wermut und dem Estragon.

Der Name dieser Kräuter zeigt die Verbindung zur Göttin Artemis, der Jägerin, Freundin der Nymphen und des Waldes und Wächterin über Frauen im Wochenbett.

Artemisia annua gehört zur Familie der Asteraceae (Korbblütler) mit bedeutenderer therapeutischer Bedeutung als ihre „Brüder“.

Der einjährige Beifuß ist ein großer Strauch, der oft mehr als 2,0 m Höhe erreicht, meist einstämmig mit wechselständigen Ästen. Die aromatischen Blätter sind tief eingeschnitten und werden zwischen 2,5 und 5 cm lang. Sie ist eine immer bekannter werdende Heilpflanze und macht sich vor allem im Malariamittel Artemisinin einen Namen.

Artemisia annua ist ein einjähriges Kraut, das in Asien, insbesondere in China, heimisch ist. Es hat sich in vielen Ländern auf der ganzen Welt eingebürgert wie Lateinamerika, Südeuropa und den USA.

Neben der Malariawirkung hat die Artemisia annua medizinische Effekte wie antibakterielle, entzündungshemmende, antiparasitäre und sogar antitumorale Resultate. Über die gute Wirkung von Bitterstoffen haben wir bereits berichtet, diese sind im einjährigen Beifuß ebenfalls vorhanden.

Artemisia annua ist nicht nur eine potente Malariapflanze und wird in der Volksmedizin, der Homöopathie und im ayurvedischen System verwendet. In China wurde ein Tee des getrockneten Krauts, gegen Fieber, Hautkrankheiten, Gelbsucht und Hämorrhoiden eingesetzt. Ihr könnt es für viele Beschwerden verwenden, obwohl zwei davon noch besondere Aufmerksamkeit verdienen. Zum einen zur Unterstützung bei der Geburt, und zum anderen zur Verringerung von Übelkeit bei Krebspatienten während der Chemotherapie.

Artemisia annua - Göttin Artemis verleiht ihren Namen
Artemisia annua – Göttin Artemis verleiht ihren Namen

Verwendet Beifuß in kleinen Dosen, um eine bessere Verdauung zu fördern und den Menstruationszyklus zu regulieren. Das Kraut hilft auch dabei, den Körper von Giftstoffen und Parasiten zu befreien. Artemisia annua könnt ihr auch in einer Kompresse verwenden. Dies kann bei Hautausschlägen, Juckreiz und Insektenstichen helfen und die Schwellung bei Arthritis lindern.

Als Umschlag ist die Artemisia annua auch nützlich, um Warzen loszuwerden und als Haarspülung soll sie Haarausfall vorbeugen.

In der traditionellen Chinesischen Medizin als Moxa bekannt, wird Beifuß häufig in einer Praxis namens Moxibustion verwendet. Hierbei wird der Beifuß wie ein Räucherstäbchen in der Nähe verschiedener Positionen am Körper verbrannt. Auf diese Weise fördert es Vitalität, besonders im Beckenbereich und in der Gebärmutter. Bei Schwangerschaft sei jedoch Vorsicht geboten, da das Kraut eine wehenfördernde Wirkung haben kann.

Als Tee aufgegossen, könnt ihr den Geschmack angenehm verbessern, wenn ihr Anis, Minze oder Fenchel hinzufügt. Auch Süßholz kann dem etwas bitteren Geschmack zuträglich sein.

Die Artemisia annua ist also eine vielgenutzte Pflanze zur Behandlung diverser Beschwerden und ist auch im esoterischen Bereich sehr beliebt:

Viele Indianerstämme glauben, dass Beifuß die Träume der Menschen verbessert und die spirituellen Interaktion mit diesen bereichert. Aus diesem Grund wurde Beifuß oft als Räucherwerk verbrannt oder getrocknet und in ein Kissen eingenäht. Zusätzlich zu dieser wichtigen Rolle als Traumkraut wurde es auch als Heilkraut verwendet, um Kopfschmerzen und weibliche Beschwerden zu heilen.

In Irland hat man früher die Artemisia annua zu Mittsommerfesten ins Feuer geworfen. Man glaubte, dass ihre Dämpfe die Nerven beruhigen und die Kranken stärken. Der Duft des Beifußes ist sehr ausgeprägt und hält sich über Stunden. Man glaubte, dass dieser Geruch und Rauch böse Geister abwehrt und Glück bringt. Ursprünglich verbrannte man die Pflanze, um Schädlinge wie Mücken zu vertreiben.

In einem roten Beutel aus Baumwolle oder Wolle am Körper getragen, schütze der einjährige Beifuß Reisende und sichere den Heimweg. Die gleiche Wirkung soll man erzielen, indem man sich ein bisschen Artemisia annua in die Schuhe steckt.


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