Tiere und Haustiere sind überall. Redensart und Sprichworte nutzen wir zu Hauf, ohne deren Bedeutung wirklich zu kennen. Hier erklären wir euch ein paar weitere Redewendungen und deren Ursprung. Zum ersten Artikel hier entlang, über weitere tierische Redensarten findet ihr den zweiten Beitrag hier.

Redensart über trockene Paarhufer

Seine Schäfchen ins Trockene zu bringen bedeutet in der heutigen Zeit, sein Geld gut und sicher anzulegen. Bestimmt möchte ein Schäfer sein wertvollstes Gut – seine Schäfchen – nur ins Trockene bringen, damit sie es warm und gemütlich haben? Vielleicht auch das, aber der Leberegel ist der wahre Ursprung dieser Redensart. Dieser Parasit sitzt gern in sumpfigen Gebieten und auf feuchten Wiesen. In einem etwas ekelhaften Kreislauf über den Kot eines Schafs, Schnecken und deren Verdauung und danach einer Ameise, die sich im Grashalm festbeißt, den wiederum das Schaf frisst… Ihr versteht. Der Parasit macht Schafe, Kühe und Ziegen sehr krank und kann sogar zu deren Tod führen. In damaliger Ermangelung von Entwurmungsmitteln also eine grausige Aussicht. Also sollten die wertvollen Paarhufer von feuchten Wiesen fern gehalten und besser ins Trockene gebracht werden.

Redensart Tiere - Schäfchen ins Trockene
Ein Editors Choice auf Pixabay mit trockenen Schäfchen…

Der Bär erweist uns vielleicht keinen guten Dienst…

In Teil 2 über tierische Redensart haben wir euch schon davon berichtet, dass einem ein Bär aufgebunden wird. Eine weitere Redewendung über Bären geht darum, jemandem einen Bärendienst zu erweisen: also eine Hilfestellung zu geben, die dem zu Helfenden einen Nachteil eingebracht hat. Hier kommt das Bild aus einer alten Fabel – einer Erzählung, in der Tiere die Eigenheiten von Menschen karikieren. In der Geschichte erschlägt der gezähmte Bär versehentlich seinen Menschenherren, weil er für diesen die lästigen Fliegen verscheuchen will. Ein wahrer Bärendienst!

Die Redensart der gebauten Eselsbrücke

Dem armen Esel haftet an, er sei dumm und störrisch. Heute gesteht man solch einem Tier vielleicht eher zu, dass es nicht dumm ist, wenn es einfach nur weiß, was es will und was nicht. Damals aber war es natürlich ein Problem, wenn der vermeintlich dumme Esel nicht über die Brücke gehen wollte, durch die man zwischen den Balken den Fluss fließen sehen konnte. Im Mittelalter stand die Eselsbrücke also eher für eine unechte, vermeintliche Gefahr. Heute steht die Redensart für die Hilfe, die wir dem dummen Esel anbieten, damit er die Herausforderung überwinden kann.

Über Lockvögel und wie der Pechvogel selbigen auf den Leim ging

Redensart Tiere - Lockvogel

In früheren Zeiten, war es gar nicht so leicht, sich gut zu ernähren. Hunger und regelrechte Hungersnöte waren keine Seltenheit. Wer nicht steinreich war, musste erfinderisch werden, gerade wenn es um Fleischkonsum ging. Auch kleine Singvögel wie Finken oder Spatzen kamen auf den Teller. Um solche Tiere zu fangen, wurde eine Rute oder Netz mit Leim oder Pech bestrichen. Ein Singvogel im Käfig daneben sollte Harmlosigkeit vorgaukeln. Der Lockvogel sorgte also dafür, dass der gefangene Pechvogel dem Jäger auf den Leim ging.

Heulen wie ein Schlosshund

Was ein Hund nun in einem prachtvollen Schloss zu heulen hätte, fragt man sich schon. Das Schloss im Sinne einer Burg ist hier aber nicht gemeint, sondern das Schloss zum Verschließen. In diesem Fall ein Vorhängeschloss, mit dem eine Kette an der Hauswand festgemacht wurde. Am anderen Ende besagter Schlosshund, heute eher bekannt als Wachhund oder Kettenhund. Solch ein Vierbeiner war und ist schon ein armes Vieh, da bei Wind und Wetter draußen und immer auf der Hut vor Eindringlingen. Solch ein Hund wird wohl so einiges an Geheul von sich geben, sei es als Warnung oder als Zeichen des eigenen Unglücks.

Weitere Redensart oder Redewendung über Tiere, Essen und Anderes erklären wir euch in der Kategorie Trends!

Wir lassen die Katze aus dem Sack, stellen die Schlitzohren an den Pranger, treten ins Fettnäpfchen, bauen Luftschlösser und waschen schmutzige Wäsche… Ich sage euch, das geht auf keine Kuhhaut! Mal schauen, was wir euch mit Haut und Haar da aus dem Hut zaubern. Immer mit einer Handbreit Wasser unterm Kiel!


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