Es gerät in Vergessenheit, was eine Redewendung oder ein Sprichwort eigentlich bedeutet. Wir benutzen es regelmäßig, und fragen uns doch irgendwann, warum ein Storch gebraten werden sollte…

Auf den Hund gekommen – ruiniert werden

Dies ist eine Redewendung, die wir eher selten benutzen, heutzutage. Aber es gibt einige mögliche Erklärungen, warum der Hund sprichwörtlich mit finanziellem Ruin in Verbindung gebracht wird.

Wer sich für die Arbeit auf dem Feld keinen Esel oder Ochsen leisten konnte, der musste wohl oder übel seinen Hund zur Arbeit ziehen.

Zweite Möglichkeit: Wenn ein Adliger Landfriedensbruch beging, wurde dieser nicht gehängt, sondern musste stattdessen mit einem toten Hund im Arm durch die Straßen laufen.

Und dann gäbe es noch den sprichwörtlichen Aberglauben. Im Mittelalter hatte man oft Holztruhen zum Aufbewahren seines Geldes. Hier wurde – zum symbolischen Schutz des Vermögens – auf den Grund ein Hund gemalt. War die Truhe leer, das Geld also ausgegeben, war man bis „auf den Hund gekommen“ – also pleite.

Redewendung - Hund und Katze

Die Katze im Sack kaufen – Redewendung über das gründliche Prüfen vor dem Kauf

Denn das war die Warnung, die damit einhergehen sollte. Angeblich soll es vorgekommen sein, dass Betrüger ein Ferkel oder ein Huhn im Sack zum Verkauf anboten, aber dann nur eine (damals als wertloses Tier betrachtete) Katze darin war. Auch Till Eulenspiegel wurde in einer Geschichte statt dem versprochenen Hasen eine Katze im Sack verkauft.

Dieses Sprichwort wird heute auch gern in Zusammenhang mit vorehelichen Intimitäten benutzt. „Drum prüfe, wer sich ewig bindet“…

Redewendung zu Sau und Schwein

Wie schon beim Hunde-Sprichwort beschrieben, gab es im Mittelalter auch viele Ehrstrafen, wie zB an den Pranger gestellt zu werden. Einen Hund oder ein Schwein durch die Gegend zu tragen war eine eben solche Strafe. In späteren Zeiten, war es dann nicht mehr das Tier selbst, sondern eine Schweinemaske, die getragen wurde. Da wurde also jemand „zur Sau gemacht“. Hat man aber in einem Turnier den letzten Platz belegt, gab es manches Mal einen Trostpreis: ein Schwein. Hat man „Schwein gehabt“, hat man Glück im Unglück. Das Schwein war an sich nämlich schon etwas wertvolles, selbiges durch die Straßen nach Hause treiben aber wie gesagt etwas unangenehm…

Redewendung - Schwein gehabt

Da brat mir aber einer einen Storch!

Das wäre tatsächlich ein großer Affront gewesen, denn es gab im Mittelalter gewisse Regeln, welches Fleisch verzehrt werden durfte und welches nicht. Fleisch stand ehedem nicht gerade häufig auf dem Speiseplan. Aber im Gegensatz zur heutigen Zeit, wurden neben dem bekannten Geflügel auch Schwäne, Singvögel, Pfauen und Kraniche verspeist.

Allerdings schrieb die Kirche vor, dass Reiher, Schwalben, Raben und auch Störche nicht gegessen werden durften. Dementsprechend gehörte es sich wahrlich nicht, einen Storch zu braten, vor Allem, da dieser schließlich die Kinder bringt… Und das löst im Sprichwort bis heute noch Verwunderung aus.

Aufs hohe Ross setzen – Redewendung zum Hochmut

Wieder mal nur den steinreichen Leuten vorbehalten, war das Pferd zwar schon seit langer Zeit ein typisches Haustier, allerdings konnte sich das ärmere Volk eher Esel leisten. Gerade für die harte Arbeit auf dem Feld wurden auch eher Ochsen vor den Karren gespannt, als Pferde.

So haben sich die Adligen damals selten zu Fuß fortbewegt, sondern gern in der gehobenen Position zu Pferde. So konnten sie „hochtrabend“ und von „oben herab“ auf den Pöbel schauen.

Redewendung - hohes Ross

Es gibt noch mehr wo das hier her kam!

Schaut euch noch unsere weiteren Artikel über Redewendung und Sprichwort an.

Wir wollen mit euch „vom Leder ziehen“ aber „ungeschoren davon kommen„! Und wenn „sich das Blatt gewendet hat“ ist auch wieder mit allen „gut Kirschen essen„. 😉 Hier geht es zum 2. Artikel über tierische Redensarten und hier zu unserem dritten Artikel.


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